Sohlanhebung Schwalm mit Biotopvernetzung

Durch die Meliorationsmaßnahmen in den Jahren 1920 – 1930 zwischen Brüggen und der Grenze zu den Niederlanden im Einzugsgebiet der Schwalm zum Zwecke der besseren landwirtschaftlichen Flächennutzung wurde die Schwalm begradigt. Die baulichen Eingriffe der Vergangenheit haben hier nicht zum gewünschten Resultat geführt und schwere „Nebenwirkungen“ verursacht. Durch die hohe Schleppkraft des unnatürlich schnell fließenden Gewässers ist das Geschiebegleichgewicht erheblich gestört. Der anstehende Untergrund wird ständig erodiert, es kann sich jedoch in diesem Gewässerabschnitt kein von oben herantransportiertes Geschiebe ablagern.

Verschärft wird diese Problematik durch die Geschieberückhaltung in den historischen Stauanlagen im oberen Einzugsgebiet. Es bestehen somit heute ähnlich technische Probleme, wie sie von den begradigten Abschnitten der großen Flüsse Rhein, Maas etc. bekannt sind.

Geschiebeumlagerungen gehören zu einem naturnahen dynamischen Gewässer. Die ausschließliche Erosion an der Gewässersohle bei völligem Fehlen von nachfolgenden Akkumulationsstrecken führt zur eingeschränkten Seitenentwicklung (z. B. Uferabbrüche) und einer erheblichen Störung des Geschiebegleichgewichts mit den daraus resultierenden wasserwirtschaftlichen Problemen. Dadurch stehen die anliegenden wertvollen Feuchtgebiete wie das Elmpter Bruch in der Gefahr, immer stärker von der Schwalm entwässert zu werden.
Um die ökologische und wasserwirtschaftliche Situation in diesem Abschnitt zu verbessern, erfolgten punktuelle Sohlanhebungen. Dadurch kommt es zu Veränderungen im Geschiebetransport der Schwalm, so daß verstärkt Ablagerungen im Bereich der Sohle auftreten. Somit wird ein weiteres Absinken des Wasserspiegels und die Entwässerung des südlich angrenzenden Moores Elmpter Bruch verhindert. Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Gewässerstruktur war die Anbindung des Venekotenbaches an die Schwalm durch Verbindungsgerinne. Dadurch wurde ein naturnaher Zustand der Schwalm hergestellt. Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der ökologischen Struktur war die Anbindung von Altarmen, also des ehemaligen Flussbettes der Schwalm, an ihren heutigen Verlauf.


Sohlgleite im Bau


Sohlgleite zwei Jahre nach Anlage

 

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